Wenn wir unseren Erinnerungen die Aufmerksamkeit entziehen und den Fokus auf das Unbekannte richten, kreieren wir neue Erfahrungen. In diesem Moment verändert sich auch unser Gehirn. Der Neocortex, der Sitz des bewussten Geistes, ist weniger erregt und es entwickelt sich ein starkes Gefühl von Ganzheit. Das Gehirn funktioniert auf kohärente und ganzheitlichere Weise. Die kohärenten Gehirnwellen haben denselben Rhythmus, dieselbe Frequenz, weisen mehr Ordnung und Kraft auf. Dadurch wird es einfacher miteinander zu kommunizieren. Das, was im Gehirn synchronisiert ist, beginnt sich im Gehirn zu verknüpfen. Das Gehirn schwingt langsamer und wechselt von Beta- in kohärente Alpha- und Thetawellen. Die Folge ist, dass unser Bewusstsein aus dem denkende Neocortex in das Mittelhirn, das limbische System, wechselt und sich dort mit dem autonomen Nervensystem, also dem Unterbewusstsein, verbindet.

Früher beinhaltete die Definition des Gehirnzustandes Delta, Theta, Alpha und Beta Gehirnwellen. Neue Erkenntnisse haben das geändert. Diese Erkenntnisse wurden durch die Dokumentation meditativen Techniken tibetischer Mönche ermöglicht. Diese neuen Zustände sind: Gamma und Hyper-Gamma.
Ein faszinierendes Merkmal von Gamma ist das Gefühl des Wohlseins, der Einheit und der Verbundenheit. Das Gefühl von Isolation, Trennung und örtlicher Begrenzung löst sich auf. Man fühlt sich universeller. Es ist ein System, in dem alle Teile in uns zusammenarbeiten und wir im Flow sind. Das (die?) Hyper-Gamma hat die gleichen Merkmale wie Gamma, nur einen höheren Frequenzbereich. Es bietet die tiefste Form von Einsicht und Intuition.
Bestimmte Arten von Meditation, die speziell trainiert werden, ermöglichen einen seltenen Gehirnzustand. Dieser Zustand beginnt am oberen Ende von Hyper- Gamma, bei 100 Hz und erreicht bis zu 200 Zyklen pro Sekunde. Er wird Lamda Gehirnzustand benannt.
In diesem Zustand werden die linke und rechte Hirnhälfte synchronisiert. Diese Synchronisation ermöglicht einen enormen Grad des Selbstregulierung, weshalb die Mönche bei -10 Grad im Schnee meditieren können.
Ein neuer Gehirnzustand wurde am anderen Ende des Spektrums entdeckt. Er beginnt bei 0,5 Hz und erreicht bis 0. Menschen sind in der Lage einen Gehirnzustand zu erreichen, der die Gehirnaktivität auf 0 senkt, das heißt, nichts wird vom Gehirn ausgestrahlt. Dieser bizarre Zustand hängt zusammen mit dem, was wir Scheintod nennen. Wenn Mönche in diesem Zustand sind, ist kein Herzschlag messbar, sie haben keinen messbaren Atem, aber sie sind dennoch lebendig und sehr bewusst.
Wissenschaftler:innen haben eine sehr interessante Verbindung zwischen den Tiefen von Epsilon (0 Hz- 0,5 Hz) und die Höhen vom Lamda (100 Hz – 200 Hz) entdeckt. So unterschiedlich sie in der Frequenz sind, sie ermöglichen es beide, genau den gleichen Bewusstseinszustand zu erreichen.
In unserem Leben erreichen wir häufig den Gamma-Zustand, spontan und unter bestimmten Bedingungen. Die Gamma Wellen kommen von einem winzigen Organ mittels unseres Gehirns aus, dem Thalamus.
Diese superschnellen Wellen bewegen sich aus dem Thalamus von dem vorderen Teil des Gehirns in hinteren Teil des Hirns und wieder zum vorderen mit unglaublich hoher Geschwindigkeit, nämlich 40-mal pro Sekunde. Die Gamma Welle durchläuft alle Gehirnlappen, daher heißt sie auch vereinigende Hirnwelle. Wenn Menschen in der Gamma Welle sind, fühlen sie sich weniger getrennt von der Welt. Auf Gehirnscans kann man beobachten, dass es einen Bereich genau über dem Hinterkopf gibt, der aufleuchtet, wenn wir spüren, dass wir irgendwo an einem Ort in der Zeit sind. Das ist unser Bewusstsein von Raum.

Wenn wir in Raum und Zeit verankert sind, dann ist dieser Bereich des Gehirns sehr aktiv. Die Scans zeigen, dass dieser Gehirnteil im Gamma-Zustand weniger aktiv wird.
Weil wir nicht zu sehr an einen Ort gebunden sind, werden wir mehr zu Essenz unserer Umgebung. Das ist das Einheitsbewusstsein.
Abgesehen von diesem Einheitsgefühl, ermöglicht es uns der Gamma-Zustand, kognitive Steigerung, höchstes Erinnerungsvermögen, superschnelles Lernen, super Fokus und sehr schnelle Informationsverarbeitung zu erreichen. Dieser Zustand ist auch ein natürliches Antidepressivum. Menschen im Gamma sind sehr viel entspannter, ihr Körper ist nicht im Kampf- oder Flucht-Modus und auch nicht in dem Modus in dem jene Stoffe und Hormone freigesetzt werden, die zu Depressionen beitragen. Der Gamma ermöglicht uns auch den Zugang zu unserer tiefsten Intuition und einige unserer Heilzustände beginnen im Gamma.
Die ausführliche Betrachtung und das Verständnis der Gehirnzustände spielen eine wesentliche Rolle in unserem Umgang mit dem Quantenfeld. Das Quantenfeld ist ein Energiefeld und, auch wenn wir so konditioniert sind, wir sind nicht im Feld, sondern wir sind das Feld. Das Feld beinhaltet alle Atome unseres Körpers, die ständig in Quantenimpulsen von diesem Feld ausgehen.
Die dreidimensionale Realität besteht aus allem, was materiell ist. Sie hat Höhe, Tiefe und Breite. Das Quantenfeld dagegen besteht aus Energie, Frequenz, Schwingung, Information und Bewusstsein. Während wir die physische Wirklichkeit mit unseren Sinnen wahrnehmen, können wir die Wirklichkeit des Quantenmodells nur mit unserem Bewusstsein spüren. Die materielle Welt gibt uns die Illusion, dass alles getrennt ist, aber so wie wir in dem vorherigen Kapitel gesehen haben, hat die universelle Energie in dem einheitlichen Feld, welches die Ordnung in der dreidimensionalen Welt beherrscht, nichts mit einer Trennung zu tun. Bei dieser Energie geht es um Verbindung.